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Informationen zum Projekt 2024

Herausforderungen: Haiti ist das ärmste Land des lateinamerikanischen Kontinents. Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der nationalen extremen Armutsgrenze von 1,23 US-Dollar am Tag. Diese Menschen gelten als extem arm („Ultra-Poor“): Sie können sich häufig keine einzige richtige Mahlzeit am Tag leisten, sie leben in Hütten, die keinen wirklichen Schutz bieten und ihre Gesundheit ist durch die mangelhafte Ernährung und den fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser dauerhaft gefährdet. Ein Viertel der Kinder unter 14 Jahren muss arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Nicht nur die wirtschaftlichen Herausforderungen sind schwierig, sondern auch der Mangel an sozialen Kontakten zu den anderen Gemeindegliedern. Es fehlt an Arbeitsmöglichkeiten, so ist häufig die Selbstständigkeit, der einzige Weg für die meist Frauen aus der Armut herauszukommen. Ohne die Hilfe von außen können sie keine dauerhafte Existenzgrundlage aufbauen. Seit 2018 hat sich die allgemeine Situation im Land verschlechtert: Erdbeben, Überschwemmungen, hohe Inflation und zivile Unruhen treffen die arme Bevölkerung besonders stark.

Ziele des Projekts: Das Projekt soll der ländlichen Bevöllkerung eine Perspektive für die Zukunft bieten. Dies geschieht durch den Aufbau einer nachhaltigen Existenzgrundlage, die zum einen ihre Gesundheitssituation verbessern wird und zum anderen ihre Wohn- und Lebenssituation in den Blick nimmt. Die Projektteilnehmenden erhalten Schulungen, die ihre Kenntnisse in den Bereichen Landwirtschaft, Umgang mit Geld und insgesamt ihre Lebenskomptenzen stärken. Die Ziele münden insgesamt in die Stärkung der eigenen Fähigkeiten und erweitern ihre Ressourcen. Sie erleben, dass sie aus eigener Kraft etwas erreichen können.

Aktivitäten und Konkretion I: Die Teilnehmenden erhalten begleitende Schulungen, z.B. über Tierhaltung und Gemüseanbau / Verkauf. Begleitet werden die Schulungen über ein soziales Kompetenztraining, welches sie stärkt und aktiviert. Es findet eine persönliche wöchentliche Betreuung der Familien durch einen Coach statt. So besteht die Möglichkeit, dass die Probleme besprochen werden können und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden kann. Themen sind beispielsweise die Information über Hygienemaßnahmen, die Bedeutung von sauberen Trinkwasser sowie einer sauberen Toilette für die Gesundheit der Familie. Weiterhin werden kurze Lese- und Schreibübungen gemacht und über die Bedeutung von Spareinlagen gesprochen u.a..

Aktivitäten und Konkretion II: Die Familien erhalten für 24 Wochen ein wöchentliches Fördergeld in Höhe von 3,40 €. Sie brauchen diese Unterstützung als „kleine Atempause“ im täglichen Überlebenskampf. Beispielsweise soll es verhindern, dass sie aus Hunger und Not heraus ihr Vieh verkaufen oder selbst verzehren. Durch das Coaching werden sie motiviert, Geld zu sparen, z.B. für die Schulausbildung ihrer Kinder.

Aktivitäten und Konkretion III: Kooperation, Zusammenarbeit und Vernetzung mit den dortigen Kommunen. Es werden Kreise gegründet, mit dem Ziel, dass die Projektteilnehmenden in die Gemeindeprozesse reintegriert werden. Durch die Schulungen und Maßnahmen sollen langfristig nicht nur die Zielgruppe profitieren sondern die gesamte Gemeinde.

Aktivitäten und Konkretion IV: Durch die Zusammenarbeit mit „Zanmi Lasante“ Haitis größter NGO im Bereich Gesundheitsdienstleistungen erhalten die Familien kostenlose Untersuchungen und medizinische Versorgung. Jede Familie erhält einen Wasserbehälter und einen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Für die Renovierung und den Bau einer wetterfesten Hütte werden Baumaterialien zur Verfügung gestellt. Das Projekt kooperiert dabei mit den örtlichen Handwerkern.

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